• Was wurde aus..? Tutory

    Tutory: Geboren als Idee während des Studiums, heute eines unserer erfolgreichsten Startups des Sozial & Gründer - Stipendiums. Wir haben uns mit Thomas Haubner ein wenig über das Gründen und die Entwicklung von Tutory unterhalten.

    Während des Studiums arbeitete Thomas Hoyer an seiner Abschlussarbeit. Das Thema: Unterrichtsinhalte effizient differenzieren. Das ideale Medium dazu waren Arbeitsblätter. Die verfügbaren Tools zur Erstellung selbiger jedoch nicht zureichend. Die Idee wurde zum Konzept, das Konzept an den Bruder weitergetragen, Stephan Hoyer, der zufällig Software-Entwickler war. Die Idee zu Tutory war geboren – eine Online-Plattform, die die Erstellung von Arbeitsblättern durch Lehrkräfte grundlegend verbessern soll. Eine Plattform auf der jede*r die Möglichkeit hat, die eigene Arbeit für andere Lehrende weltweit frei zugänglich zu machen.

    Als Team von nunmehr vier Personen bewarb Tutory sich 2013 bei FutureSax und schaffte es in eine der letzten Runden um den Innovationspreis des Landes Sachsen. Die Beantragung von Gründerstipendien blieb weiterhin erstrebenswert. Es kam zu Umstellungen im Team. Kurzerhand wurde Thomas Haubner ins Boot geholt, der schnell vom Konzept überzeugt war und die entscheidenden Skills in Sachen Antragsstellung mitbrachte. Wenig später erhielt das Team das EXIST Gründerstipendium des BMWI, es gelang der Eintritt in SOZIAL & GRÜNDER Stipendium des Social Impact Lab Leipzig Ende 2015 und auch ein weiteres Stipendium für Technologieentwicklung von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) in 2016 konnte erfolgreich beantragt werden. Damit war die finanzielle Basis für die Erstellung des aufwendigen MVP (Minimum Viable Product) gesichert.

                             Bild: Thomas Haubner

    Tutory war mit der Kohorte #2 unter den ersten zehn Teams im Leipziger Sozialunternehmerprogramm SOZIAL & GRÜNDER. Nach den Stipendien war die Weiterfinanzierung der Arbeit an tutory die größte Herausforderung. Aus diesem Grund haben einige der Gründer auch noch zwei Jahre nach der Gründung 2016 ehrenamtlich gearbeitet (dies hat sich mittlerweile glücklicherweise geändert).

    Kein leichter Weg. Eine gewisse Schmerzphase gehört zum Startup gründen wohl dazu. Welche Motivation muss also dahinterstecken, in solch einer Übergangsphase nicht aufzugeben?

    „Wir waren uns alle einig, dass wir einen Beitrag zur Verbesserung des Bildungssystems leisten wollten, der vor allem den Lehrenden zu Gute kommt und bei der Lehrkraft ansetzt, denn auf die kommt es letztlich immer noch an. Klar können wir die Situation nicht auf einen Schlag verändern. Aber unsere Strategie ist es das langsam und schrittweise zu tun“, meint Thomas Haubner.

    Nach und nach konnten mehr Umsätze erzielt werden, die in Entwicklung und Marketing flossen. Und es hat sich gelohnt: „Die wenigsten Startups überleben überhaupt die ersten drei Jahre. Wir sind stolz sagen zu können: Wir gehören dazu; sogar recht solide.“, sagt Thomas Haubner, der als Geschäftsführer alles daransetzt, das Team am Laufen zu halten. „Bei Tutory läuft trotz klarer Rollenverteilung alles demokratisch. Auch die Entwickler haben aufgrund unseres Produktfokus im Marketing einen sehr hohen Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens insgesamt. Damit sind wir bisher sehr gut gefahren. Das zeigt uns auch das Feedback von Kunden, die unseren Online-Editor mittlerweile täglich für die Erstellung Ihres Unterrichtsmaterials verwenden.“

    Was das Schwierigste am ganzen Gründungsprozess war? Durchhalten, sagt Thomas Haubner, Vater von drei Kindern: „Das Etablieren und Durchhalten auf dem Bildungsmarkt, der sehr heterogen ist und der sehr viele verschiedene Interessengruppen kennt, die alle ihre eigene Vorstellung davon haben, wie die Dinge funktionieren sollen. Freilich gibt es das auf jedem Markt, aber auf den wenigsten ist die Verwaltungsstruktur mit der man zu tun hat so komplex.“ Mit viel Durchhaltevermögen, gegenseitiger Wertschätzung und System hat es das Team von Tutory geschafft – und ist bis heute eines der erfolgreichsten Startups, die durch SOZIAL & GRÜNDER gefördert wurden.

    Zur Zeit entwickelt Tutory eine Whitelabel-Plattform in Zusammenarbeit mit der Alemannenschule Wutoeschingen (2. Gewinner des Deutschen Schulpreises 2019) und der Materialnetzwerk eG. Ab Dezember 2019 wird es Nutzenden der Plattform zudem möglich sein, ganze Arbeitshefte mit Lösungsblättern, Inhaltsverzeichnis und Deckblatt unter freier Creative Commons Lizenz (wie Wikipedia) zu veröffentlichen und den Unterricht von Lehrenden weltweit zu bereichern.

  • Twitter

    social impact ist auch auf Twitter. Folgen Sie uns für die neuesten Updates.


    Newsletter

    Trag Dich hier für regelmäßige Updates ein



  • Das Social Impact Lab Leipzig ist ein Projekt der Social Impact gGmbH,
    ermöglicht durch die Drosos Stiftung.